Stress vermeiden – Achtsam kommunizieren!

Auslöser für Stress sind vielfältig und doch häufig vermeidbar. Heute möchte ich eine kleine Lektion aus der Ausbildung zur/ zum Kursleiter/in Stressmanagement mit Ihnen teilen.

In vielen Situationen sind es Gespräche mit unserem Gegenüber, die bei uns Stress auslösen. Die beste Freundin hat keine Lust mehr sich mit Ihnen zu treffen, die Schwiegermutter ist mit dem präsentierten Abendessen unzufrieden oder der Chef schätzt Ihr Engagement nicht ausreichend. Doch Stopp – Sind dies tatsächlich die Aussagen ihrer Gesprächspartner oder eher das, was Sie hinein interpretieren?

Kommunikation ist weit mehr als nur Sprechen und Hören. Mimik, Gestik, Tonfall sowie der Zeitpunkt, zu dem wir etwas artikulieren, beeinflussen die eigentliche Botschaft. Doch auch die Sprache selbst ist komplex. Wer etwas sagt, bedient laut dem Kommunikationswissenschaftler Schulz von Thun vier Ebenen:

Vier-Ohren-Modell

  1. Die Sachebene, auf der es rein um objektive Informationsvermittlung geht.
  2. Die Selbstkundgabe, die etwas über mich selbst offenbart.
  3. Die Beziehungsseite, auf der ich etwas über meinen Gesprächspartner aussage.
  4. Der Appell, also meine Erwartung, die hinter der Aussage steckt.

Stellen Sie sich nun einmal vor, ihr Partner weist Sie bei der gemeinsamen Autofahrt darauf hin, dass Sie sich einer roten Ampel nähern. Wie lässt sich dies anhand der vier Ebenen unterschiedlich interpretieren? Sollten Sie einfach die Sachinformation zur Kenntnis nehmen oder sich direkt darüber echauffieren, dass er/sie Ihnen vielleicht nichts zutraut?

Verstehen und berücksichtigen wir dieses Modell bei unseren Unterhaltungen im Alltag, so können wir Missverständnisse besser vermeiden und zwar indem wir Botschaften differenzierter aufnehmen aber auch uns selbst vor dem Aussprechen unserer Gedanken überlegen, wie das Gesagte beim Gegenüber ankommen könnte. Vermiedene Kommunikationspannen ersparen Stress und tragen somit zur Steigerung unseres Wohlbefindens bei.